Sonntag, 22. Oktober 2017

angeworben: Apfelkuchen überhaupt und Apfel-Sandkuchen nach Lafer


Kann man zu viele Apfelkuchen-Rezepte haben? NEIN - niemalsnie! Aber am Schluß gibt es auch solche Ungeheuerlichkeiten wie Menschen, die keine Äpfel mögen...

Äpfel habe ich immer - und damit meine ich wirklich immer - im Haus. Sie sind für mich (so wie für den Habib Bananen) ein absolutes Grundnahrungsmittel, und sie wachsen zum Greifen nahe vor unserer Haustür. Jeder Tag beginnt mit einem Apfel - ein obligates MUSS in meinem begleitenden Obstsalat zum Porridge. Wie wir alle wissen, reicht bereits ein Biss aus, um aus dem Paradies vertrieben zu werden und nach englischem Volksmund schrumpft ein täglicher Apfel den medizinischen Doktorgrad zur Überflüssigkeit. 

Der Verzehr von Äpfeln erfrischt den Atem, vitalisiert das Nervensystem, beugt der Hautalterung ebenso entgegen wie jedem Anzeichen von Burnout und last but not least fördern die Inhaltsstoffe von Äpfeln das Wachstum von Gehirnzellen. Schön wärs, oder? Ich schaue mir ja von der Werbung ab, dass in diesem Métier die Produktgrenzen willkürlich gesprengt werden dürfen. Schaut euch mal diese Canon-Werbung an. Oder? Was soll das bitte für eine Message sein? Dass ich in dunklem Regenwetter neben Pferden auf der Koppel herrennen kann?

Mit der Großmutter habe ich manchmal - wenn ich das Wochenende bei ihr verbrachte - fern geschaut. So laut, dass die Nachbarn gegenüber wußten, was lief (die Oma hörte nicht mehr so). Da drehte sie sich in einer Werbeunterbrechung zu mir und frage nach einem Spot: *Und was hat das mit Butter zu tun*. Das bleibt mir ewig

Meine absolute Lieblingswerbung ist ja aktuell diese hier: der Wimpern Booster - der *stärkt das natürliche Wachstum der Wimpern*. Wer glaubt solch einen Schwachsinn? Wer? Und was, wenn das nachher so richtig funktioniert? Wie in dem *Asterix und Obelix* in dem der Trank von Miraculix das Haarwachstum der Römer beschleunigt. Nachher muß ich mir aus meinen Wimpernhaaren einen Dutt machen... Kinder, nein, nein, das ist keine Produktinformation, das ist haltlose Werbung.

Bei diesem Apfelkuchen bin ich mir nicht sicher, ob das bereits ein Blog-Buster ist. Gibt man ihn ein in die Suchmaschine, dann hat es fast den Anschein - tja und dann bräuchte er überhaupt keine Vermittlung mehr. Meine Ausgangsmuße ist Kathi und spätestens als sie von *Lieblingsapfelkuchen* spricht, bin ich angeworben. Ich kann nur bestätigen: ein ausgesprochen feiner Apfelkuchen, der mir am nächsten Tag - wenn er durchgezogen ist und der Boden dabei dennoch knusprig bleibt - besonders gut schmeckt.

Verwendet habe ich mein Lieblingsgewürz für süße Stücke, das ich mir erstmalig beim Zupf-Schuedi zusammen mahlte, um anschließend unzählig darauf zurückzugriffen.

Zutaten - Springform Ø 20cm/ Brownieform 28x18cm:

Mürbeteig:
80g Butter, weich
30g Rohrzucker (zu Staubzucker gemahlen)
1 TL Gewürz-Pulver
150g Weizenmehl (m: T55)

Sandmasse:
2 Eier
Prise Salz
150g Butter, weich
120g Rohrzucker (m: mit Vanille)
1/2 Zitrone, Abrieb davon
150g Weizenmehl (m: T55)
1 TL Backpulver (m: Weinstein)

Belag:
4-5 Äpfel
25g Butter, weich
2 EL Rochzucker
eine handvoll Mandelblättchen

Zubereitung:

Den Backofen auf 180°C Ober-Unterhitze (160°C Umluft) vorheizen und eine Springform Ø 20cm oder eine Brownieform mit Backpapier auslegen.

Für den Mürbeteig Butter, Puderzucker, Gewürze und Mehl mit dem Knethaken oder per Hand zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in die Form geben und mit einem Löffel oder der Hand gleichmässig verteilen und glatt streichen. Die Form in den Kühlschrank geben.

Nun die Äpfel schälen, viertel, das Kerngehäuse entfernen. Die Oberseite mehrmals mit einem Messer fein einschneiden.

Für den Sandkuchen die Eier trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz aufschlagen, zur Seite stellen. Die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen, dann die Eigelbe nacheinander unterrühren. Ebenso die Zitronenzesten. Mehl und Backpulver vermengen und auf die Masse sieben, unterrühren. Nun ein Drittel des Eischnees per Hand unterrühren, den Rest vorsichtig unterheben. Die Form aus dem Kühlschrank holen und die Sandmasse auf dem Mürbeteigboden verteilen.

Die Äpfel nun gleichmässig auf der Sandmasse verteilen, leicht andrücken. Die Butter für den Belag zerlassen und die Äpfel damit bepinseln. Zucker über dem Kuchen verstreuen, optional auch die Mandelblättchen.

Den Kuchen im Ofen für etwa 45 min. backen, bis er goldbraun ist, Stäbchenprobe machen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und dann aus der Form holen. Auf einem Gitter komplett auskühlen lassen.

*Anmerkung m: Ich habe den Zucker in der Sandmasse etwas runtergekürzt - absolut süß genug für uns.



So viele Lieblinge. Auf meine Tarte Tatin bin ich besonders stolz, das wißt ihr. Aber auch die Tarte mit dem Lea-Linster-Karamell ist eine Bank, der Apfelkuchen mit Mohn zählt gar zu meinen meist geklicktesten Rezepten, und die Goldmarie-Variante mag ich auch sehr. Vier Rezepte sind mit meinem heißgeliebten Apfelmus - ihr seht: genug zu entdecken


http://salzkorn.blogspot.fr/2012/10/mit-vollen-fanfaren-apfel-quitten-tarte.htmlhttps://salzkorn.blogspot.fr/2015/11/goldmaries-apfelkuchen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/05/die-ultimative-tarte-tatin-aux-pommes.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2013/10/rundumversorgt-apfel-mohn-kuchen-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/02/hochwertiger-kaffeehaustanten-kuchen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/09/rosamunde-pilcher-apfelkuchen-oder.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2011/09/tourte-aux-pommes-et-noix.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/10/apfelmus-joghurt-gugelhupf-gugl-total.htmlhttps://salzkorn.blogspot.fr/2017/09/jahreszeitenwechsel-mit-apfelschlangerl.html
https://salzkorn.blogspot.fr/2014/10/ein-dreifaches-hoch-auf-die-apfelernte.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/04/lagerbestand-tarte-aux-pommes-et-aux.htmlhttps://salzkorn.blogspot.fr/2014/10/ein-dreifaches-hoch-auf-die-apfelernte.html
https://salzkorn.blogspot.fr/2015/01/eingerollt-wie-ein-schneckchen.htmlhttps://salzkorn.blogspot.fr/2016/11/kleine-weltverschonerung-apfelkuchen.html


Donnerstag, 19. Oktober 2017

Herbstzenit: Crozets de Savoie

Wenn die Farben im Herbst nicht mehr leuchtender werden können, genau dann zauselt der Wind die Laubkronen mit seinen ungestümen Händen dass die Blätter nur so stäuben. Schon wieder kommt mir mein literarisches Stilmittel Oxymoron in den Sinn mit seinem *bittersüßen Schmerz*, den niemand besser repräsentieren könnte wie der Herbst.

Die deutschen Expressionisten hätten sich dabei wohl mehr auf den Teil mit dem Schmerz konzentriert und in diesem goldenen Oktober bereits nach der Fäulnis und Verwesung geschnuppert, und die glühenden Blätter nur als lumpige Verkleidung für die nahenden, nackigen Baumgerippe gesehen. Diese morbide Sehnsucht und die Lust am Vergehen ist nicht meines - aber was weiß ich vom ersten Weltkrieg, der die Stimmung der Expressionisten Anfang des letzten Jahrhunderts so trübte.

Überhaupt: viele stimmt die Vergänglichkeit des Herbstes melancholisch. Grundeigentlich sollten wir es uns in diesem Gefühl heimelig machen - zumindest wenn wir Buddhas Worte nicht in den Wind schlagen. Der Buddhismus gründet in der Erfahrung der Vergänglichkeit aller Wesen. Alles, was wir Leben oder Dasein nennen, befindet sich in beständigem Fluß, unterliegt einem ewigen Wandel von Werden und Vergehen. Sich festzuhalten an dieser Vergänglichkeit geht mit Leiden einher. 

Sagt mein alltime-Favorite Goehte ja auch nicht anders: *Und so lange du das nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde*. Reden wir dabei nicht von Prozessen, denen wir genauso aus dem Weg gehen wollen wie dem Leiden? Der Bequemlichkeit und den Gewohnheiten zuliebe? Auch weil inneres Wachstum mit Wachstumsschmerzen einher gehen. Und könnt ihr euch noch an die Wachstumsschmerzen in der Kindheit erinnern?

Christian Morgenstern meinte dazu: *Höher als alles Vielwissen stelle ich die Selbstkontrolle, die absolute Skepsis gegen sich selbst.* Streng mit sich sein, sich ins Gebet zu nehmen, abends im Bett liegen und das Gewissen überprüfen, seine Gedanken, seine Meinungen, seine Taten genauer anschauen, sich versuchen zu verorten und dabei seine eigene Position und seinen Willen finden, die eigenen Grenzen ausloten. Erst dabei findet sich Akzeptanz samt ihrem Gegenpart. Und das alles ohne Selbstkasteiung. Wer findet heute noch Zeit für soetwas? Aber wie orientiert man sich sonst? Vielleicht bietet der Herbst Muse?


*Da schau' her* dachte ich mir, als mein Blick bei einer Packung Buchweizen-Nudeln aus dem Savoie - die höchstgelegene Landschaft Europas - hängenblieb. Wie spannend. Und bestimmt sehr gut selbst zu machen. Nachdem ich ein Mal zu oft mit französischen Rezepten auf die Schnauze gefallen bin, orientierte ich mich im deutschen Netz und wurde fündig: aus diesem Sarah Wiener Rezept und Aurélies Vorlage baute ich mir meine eigenen Crozets.

Zutaten 3-4P:

Crozets-Teig*
140g Buchweizenmehl
40g Weizenmehl (m: T65)
40g Hartweizenmehl
1 Ei
Salz
ca. 80ml heißes Wasser

Sauce
80g Beaufort-Käse
1 EL Crème fraîche
1 Stich Butter
1 guter Schuß Noilly Prat
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Zubereitung:

Aus den Zutaten für die Crozets einen homogenen, schwach klebenden Teig verkneten und 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Den Teig auwellen (m: mit meiner Nudelmaschine Marcato - nicht zu dünn!) Dann zu Tagliatelle schneiden (m: ebenfalls mit der Nudelmaschine). Die Nudelstreifen 1 Stunde trocknen lassen. Dann die Teigstreifen  mit Hilfe eines großen Messers zu Crozets schneiden. Läßt man hier die Crozets nun vollständig trocknen, sind sie in einer Dose für mehrere Tage gut aufzubewahren).

Die Crozets in reichlich Salzwasser 20min kochen lassen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man schüttet die Crozets ab, schreckt sie in kaltem Wasser ab und brät sie in Fett in einer Pfanne knusprig - und läßt dann Käse und alle restlichen Zutaten für die Käsesauce in die Pfanne zu den Crozets schmelzen. Oder man bereitet die Sauce getrennt, mischt die abgeschütteten Crozets unter und schiebt die Pfanne anschließend wie ein Gratin kurz in den Ofen.

So oder so schön, den die kleinen Buchweizen-Nudeln haben alle Voraussetzung schön knusprig zu werden. Ich habe mich hier für die Gratin-Variante entschieden.

*Anmerkung m: Das Machen der Crozets zieht sich ob der Warte/Trockenzeiten durchaus in die Länge. Nimmt man noch Kochzeit und Zeit zum Gratinieren hinzu, dann sogar sehr lange. Daher bietet es sich an, die Crozets bereits am Tag/ Abend zuvor zuzubereiten. 

Bei uns gab es begleitend dazu diesen Rote-Bete-Salat mit Apfel - eine super Kombi!

nachmittags auf dem Heimweg zu Fuße des Hausbergs

Montag, 16. Oktober 2017

Ommm-Shanti-Brötchen zum WBD

Bei Brötchen gilt mein Credo: je dunkler und kräftiger umso besser dabei so locker und leicht wie möglich. Die Umsetzung davon hat dieses Mal besonders gut hingehauen (eigentlich gilt: je helleres Mehl umso luftiger) - ich war ja kurz davor, sie deshalb Oxymoron-Brötchen zu nennen. Ihr wißt schon, dieses weißer Rappe-Dingens, weil ich hier nahezu zwei Gegensätze ineinander verschlungen habe wie eine echte Koriphäe! Hey, volle! Doch, ich bin ja oft auch am Kritteln mit meiner Backware aber diese fluffigen Dinkelbrötchen mit einer Prise Roggen, etwas Kefir und Chia, die lobe ich ganz schamlos.

World Bread Day, October 16, 2017Dann habe ich mich umentschieden. Oxymoron-Brötchen, dass kann sich am Schluß doch kein Mensch merken und meine brillianten Brötchen wären in der Senke verschwunden. Also sollte der Chia namensgebend dienen. Hä? Wie jetzt? Fragt ihr euch. Gelle, und so ein bißchen verklausuliert scheint es wohl. Aber ihr müßt die ganze Geschichte kennen.

Anfangs nämlich, als der neue Stern *Superfood Chia* auf einen Schlag nicht nur in aller Munde war, sondern gleichzeitig in jedem Bioladen-Regal stand, las ich mit den Augen drüberhuschend  - und Mach der Gewohnheit - einfach immer Chai. Eben wie der Gewürze-Tee. Typischer Fall von Buchstabendreher. Aber, habe ich es mir dann schön zurecht gelegt, dass doch so oder so - egal wo das i steht - beide diese gewisse, exotische Shanti-Athmo ausdünsten. Jetzt kommt - das findet ihr doch auch!?! Und wenn diese Brötchen jetzt nicht ORIGINAL die gleiche Wirkung haben, dann fresse ich einen Besenstiel. Nicht.

Brot-und Brötchenrezepte, die mir Freude machen, hebe ich mir gerne für den World Bread Day auf - ein Event, das Zorra jährlich ausrichtet und an dem ich seit Bloggründung teilnehme. Weil diese Rezepte alle irgendwie besonders sind, sei es die Miche von dem Freibäcker Arnd Erbel oder die Kastanienbrötchen - um nur zwei rauszupicken - sie lohnen sich alle!

Zutaten 9 Brötchen - ca.14 Stunden Reifezeit:

Sauerteig:
100g Dinkel 1050
100g Wasser
10g W-ASG (aufgefrischt)

Chia - ca. 10 Stunden quellen lassen:
35g Chia-Samen
100g Wasser

Hauptteig:
Sauerteig
200g Dinkel-Vollkorn
60g Roggen-Vollkorn
200g Dinkel 630
70g Dinkel 1050
14g Salz
6g Hefe
200g Kefir
ca. 150g Wasser (evt. plus bis 70ml) 

Mohn zum Wälzen

Zubereitung:

Sauerteig und Chiasamen rechtzeitig ansetzen.

Alle Zutaten (außer etwa 50g Wasser) zusammenfügen und ca. 3min kneten. 15min ruhen lassen und weitere 3min kneten, dabei das restliche Wasser schluckweise zufügen. Den Teig in eine geölte Schüssel umfüllen, direkt 1x falten - 30min Teigruhe - 2.Mal falten - 30min Teigruhe - 3. Mal falten - 30min Teigruhe. 

Zu 9 Bröchen à etwa 140g abwiegen und je nach Wunsch formen. Die Oberfläche anfeuchten und in Mohn wälzen. Die Brötchen abdecken 10-15min entspannen lassen und dann für ca. 5 Stunden im Kühlschrank parken.

Den Backofen auf 240° vorheizen, mit Dampf einschießen, nach 10min den Dampf ablassen und die Brötchen insgesamt ca. 22-25min backen.

*Anmerkung m: ich habe den Teig während der Teigruhe schön ins Warme gestellt, so dass der Teig bereits leicht angesprungen ist, bevor die Brötchen geformt werden.



Alle World-Bread-Day-Brot-und-Brötchen-Rezepte auf einen Schlag:


http://salzkorn.blogspot.fr/2015/10/vielfaltige-landbrotchen-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2011/10/waldspaziergang-am-world-bread-day.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2016/10/was-bleibt-bauernbrot-mit-kartoffeln.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2014/10/das-max-und-moritz-brot-oder-die-miche.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/10/furs-urige-wohlempfinden-einkornbrot.html












Samstag, 14. Oktober 2017

freigeistiges Sonntagsessen


Wie wir durch Iran reisten, kreuzte unseren Weg eine kleine, deutsche Reisegruppe, die zum wiederholten Male versuchte, den Zarathustrikern nachzuspüren - und gerade rund um Yazd gibt es dort tatsächlich noch einige Spuren zu entdecken. Ich kannte bis dato lediglich Nietzsches Buchtitel *Also sprach Zarathustra*, der durch diese Anregung umgehend auf meiner Leseliste landete.

Im Zuge wiederum dessen, bin ich über *Die 10 Gebote des Freigeistes* nach Nietzsche gestolpert. *Freigeist*, oh ha, das ist ein Wort, bei dem ich IMMER aufhorche, denn die Freiheit, die ich meine, die brauche ich zum Leben. Hier Nietzsches Vorstellung in 10 Punkten:


Du sollst Völker weder lieben noch hassen
Du sollst keine Politik betreiben
Du sollst nicht reich und kein Bettler sein
Du sollst den Berühmten und Einflussreichen aus dem Wege gehen
Du sollst  dein Weib aus einem anderen Volke als dem eigenen nehmen
Du sollst deine Kinder durch deine Freunde erziehen lassen
Du sollst dich keiner Zermonie der Kirche unterwerfen
Du sollst ein Vergehen nicht bereuen, sondern seinetwegen eine Guttat mehr tun
Du sollst, um die Wahrheit sagen zu können, das Exil vorziehen.
Du sollst die Welt gegen dich und dich gegen die Welt gewähren lassen.


Zwei seiner Punkte leuchteten mir nicht direkt ein. Ich suchte den Austausch mit dem Habib - und konnte dann erst nachvollziehen, was Nietzsche meint. Wie geht es euch? Findet ihr seine Thesen richtig?

So dazu serviere ich euch ein richtiges badisches Sonntagsessen: Spätzle mit Sauce. Dazu das Brombeer-Pflaumen-Chutney - ein Schmaus, ich habe mir die Finger nur so abgeschleckt! 

By the way paßt als Zubereitungshilfe ein Tipp eines Feriengastes (coucou Jens) für alle, die handgeschabte Spätzle mögen - nur nicht selbst schaben wollen: dafür wurde ein ähnliches Modell wie für den klassischen Spätzlehobel gebastelt, nur dass hier die Öffnungen unterschiedlich groß sind und die Spätzle einen *handgeschabten Charakter* erhalten.  Ich brauche sowas nicht, aber ich bin ja auch in Baden groß geworden...


Zutaten:

Spätzle
200g Mehl (m: D630)
3 Eier
ca. 40ml Wasser
1 EL Thymianblättchen, fein gehackt
Salz
(optional: 1 TL braune Butterpartikel)*

200g Champignons (oder Steinpilze)*
100g Pfifferlinge
4 getrocknete Tomaten
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 handvoll Zuckererbsen
Butter

1 EL Butter
1 EL Semmelbrösel
1 TL Thymianblättchen
Salz, Pfeffer

optional dazu: dieses Chutney

Zubereitung:

Die Zutaten für die Spätzle zu einem klebrigen, zähen Teig vermengen und mit einem Holzlöffel so lange gegen den Schüsselrand schlagen, bis der Teig Blasen wirft.

Die Tomaten ca. 10min in kochendem Wasser einweichen. Die Tomaten abtropfen lassen und klein schneiden. Von den Zuckererbsen die Spitzen kappen, entfädeln und in Streifen schneiden. Kurz blanchieren - in kochendes Wasser werfen, mit kaltem abschrecken - und zur Seite stellen. Die Pilze putzen und je nach Größe und Sorte in Scheiben/ mundgerechte Stücke schneiden. Die Schalotte und den Knoblauch fein würfeln.

Die Pilze in der Butter zusammen mit den Schalotten und den Tomaten anbraten. Knoblauch zufügen und ebenfalls kurz mitrösten. Den Veggie-Fond anschütten und bei kleiner Flamme ca. 10min köcheln lassen - wer mag, bindet die Sauce mit einer kleinen Roux. Abschmecken mit Piment, Salz, Pfeffer und Balsamiko-Reduktion. 

Parallel dazu reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Spätzle mit Hilfe einer Späzlespresse/ Spätzlehobel ins Wasser drücken. Warten bis sie an die Wasseroberfläche steigen, abschöpfen und warm stellen.

Kurz vor dem Servieren die Zuckerschoten in der Sauce warm ziehen lassen und außerdem den Butter-Semmelbrösel-Schmelz zubereiten. Dafür die Semmelbrösel gemeinsam mit dem Thymian so lange rösten, bis sie beginnt zu schäumen - salzen und pfeffern nicht Vergessen.

Die Sauce in die Teller füllen, die Spätzle auf die Sauce setzen und mit dem Semmelbrösel-Schmelz toppen. Das Chutney als Begleitung dazu servieren.

*Anmerkung m: Ich verwendete die Pilze, wie ich sie gerade hatte - ihr könnt auch nur Pfifferlinge nehmen oder sie auch mit Steinpilzen kombinieren.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

12 von 12 - Oktober 2017

1
1
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12










































1 - Jeder Morgen zuhause beginnt mit dem Blick ins Tal - einfach jeder. Dafür erspare ich euch heute das obligatorische Porridge-Bild

2 - Früh, schon vor Sonnenaufgang (wobei der ja nun erst um 8 Uhr ist) wird der Brötchenteig angesetzt

3 - Wir sind auf dem Weg zur Post - Zwiebellook paßt zu den Temperaturen -

4 - und die Post liegt praktischerweise neben einem Café - zweites, französisches Frühstück bei durchgelockerten Kneipern, die gerade von drei Wochen Urlaub zurück gekommen sind

5 - Von ihnen stammt auch das Schild mit dem Warnhinweis: *Alle unbeaufsichtigten Kinder werden an den Zirkus verkauft* - ja, Südfrankreich ist ein hartes Pflaster!

6 - Il est beau, l'automne!

7 - auf dem Heimweg: Fotostop. Hier wohne ich: direkt über dem gelben Baum!

8 - Die ewig anhaltende Trockenheit macht nicht so richtig Herbststimmung, aber ich habe trotzdem Lust auf ein richtiges Herbstessen: Linsen mit Spätzle - in der Karotten-Variante. Njami!

9 - Bekannte, liebe Feriengäste haben sich kurzfristig angekündigt - ich fange an, ihnen *Himmelsnah* zu richten

10 - Ich erinnere mich nicht, dass wir je so lange süße Tomaten ernten konnten - draußen, nicht im Treibhaus. Gestern habe ich sie wieder durchgegossen und sie reifen nach wie vor formidable!

11 - dann werden die Brötchen in den Ofen geschoben - dazu in Kürze mehr...

12 - nun noch auf die Matte. Warum ich lange ein Aber gegen Yoga hatte und nun nicht mehr, auch dazu in Bälde mehr als eine Zeile...


Viele andere, die in 12 Bildern jeweils am Zwölften symbolisch einen ganzen Monat zusammenfassen wie immer bei Mme Kännchen!

Dienstag, 10. Oktober 2017

Apfelmus-Joghurt-Gugelhupf - Gugl total für Zorra und eine Prise Nostalgie


Ganz zu Beginn meiner Foodblog-Entdeckung da war die deutschsprachige Szene noch so übersichtlich wie ein Dorf: zählbare Mitglieder des gleichen Vereins, die sich regelmäßig bei einem Event von Zorra trafen und auch die Rezepte hüpften noch viel mehr hin und her zwischen den Blogs wie heute.

Blog-Event CXXXV - Gugelhupf (Einsendeschluss 15. Oktober 2017)Dadurch, dass ich mich nicht in der Fächerstadt der Social-Media zeige, bleibe ich außerhalb der Community. Und so fühle ich mich mehr als Blogleserin mit dieser Szene verbunden wie als Foodbloggerin. Ich habe es ja schon oft erzählt: dank diesen Foodies lernte ich erst richtig kochen. Ihre Rezepte waren für mich als blutiger Anfänger verläßlicher und gelingsicherer denn alle Kochbücher dieser Welt. Und der Geist, der über allem schwebte, verhieß: wenn ich das so daheim hinbekomme, dann du auch

Außerdem hatte ich den Eindruck, dass alles ganz bodenständig zuging: ganz normale Menschen werkelten in ganz normalen Küchen und ließen in den Topf und auf den Eßtisch gucken. Nicht wie heute, wo allerortens professionelle Foodfotographen, Web- oder Kommunikationsdesigner zeigen, was möglich ist, wenn man das mal RICHITIG angeht. Bref, ohne übersteigerten Ehrgeiz. Wobei es solche ja auch noch gibt - so ist es ja nich.  Aber eine Prise Nostalgie ist heute dabei, wenn ich zurückschaue, denn mir fehlen einige von denen auf dem großen Ozean, die die erste Welle der Foodbloggerei noch so richtig lässig gesurft sind. Schön, dass meine Säulenfiguren weiterhin stehen: Petra und Robert. Gut, Nicky bloggt wenigstens noch selten, aber wenn Zorra mal den Kochlöffel zur Seite legen sollte... also das ist für mich unvorstellbar. 

Die bloggt wirklich schon IMMER. Sogar schon zu Zeiten als die *Influencer* noch gar keine Gesichter hatten. Herje, fand ich das spannend, endlich mal ein Foto von Zorra zu sehen. Ich hatte sie mir ja zugegebenermaßen ein bißchen wilder vorgestellt... alleine des Namens wegen. Und das Zusammentreffen in echt steht nach wie vor aus - ich hoffe auf die Zukunft. Mittlerweile muß man wohl sagen, dass Zorra eine deutlich höher aufgerüstete Küche aufzuweisen hat wie Ottilie Normalinski - aber sowas kommt von sowas, stimmts Zorra?

Absolute Ehrensache an dem Blogevent anläßlich des 13. Geburtstages von *1 x umrühren - Kochtopf* von Zorra teilzunehmen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Zorra zu deinem dir treu bleibenden, unbeirrbaren und unverwechselbaren Stil! Zorra wünscht sich Gugl-Rezepte. Eine gute Idee, denn Gugelhupfe finde ich so grundsolide und alltagstauglich wie ich seit jeher Foodblogger-Rezepte am allerliebsten mag. Ihr wißt, für mich darf ein gelungener Rührkuchen gerne so einen Speckrand haben - grundeigentlich ein Backfehler. Ist die Konsistenz jedoch durchgehend so, dann spricht man von Brownie. Und dieser Apfelmus-Joghurt-Gugelhupf fühlt sich wohl mehr wie ein Brownie denn wie ein lockerer-trockener Rührkuchen. Er wird herrlich gatschig. Zwei Mal buk ich ihn bereits: beim ersten Mal mit meinem Ofenapfelmus heute mit der Birnenvariante davon.

Zutaten 1 Gugelhupf-Form:

340g Mehl (m: T55)
50g gemahlene Mandeln (m: geschälte)
2 1/2 TL Weinstein-Backpulver
3/4 TL Backpulver
3 Eier
180g Butter, weich
280g Zucker (m: Rohrzucker)*
1 Pr Salz
1/2 TL Vanillepulver
150g Joghurt
50g Crème fraîche
(optional: 2 EL Calvados)

Zubereitung:

Die Gugelhupf-Form buttern und mit Mehl bestäuben.

Den Backofen auf 180° (O/U-Hitze) vorheizen.

Mehl, Mandeln, Weinstein-Backpu und Natron miteinander vermengen

Die Butter zusammen mit dem Zucker, Vanille und der Prise Salz schaumig aufschlagen bis die Butter aufhellt. Ein Ei nach dem anderen unterrühren - jeweils 1 min schlagen.

Apfelmus (Birnenmus), Joghurt und Crème zufügen und homogen mit der Butter-Zucker-Mischung verrühren. Ebenso den Calvados.

Auf drei Mal die Mehl-Mischung anschütten und sorgfältig verqurilen.

Auf die zweite Schiene von unten in den Backofen schieben und ca. 60min backen (Stäbchenprobe). Den Gugl 10-15min in der Form abkühlen lassen und dann auf ein Kuchengitter stürzen. Abekühlt mit Puderzucker bestäuben.

*Anmerkung m: Ich verwendete mein Ofen-Birnenmus mit Kardamom - das ließ ich gut eine halbe Stunde im Sieb abtropfen/ beim Ofen-Apfelmus ist das nicht nötig, denn das bekommt im Ofen eine deutlich festere Konsistenz

ACHTUNG: Bei dieser Art von Gugl mit Joghurt ist es wie bei diesem Gugl wichtig, dass die Butter gut weich ist und sorgfältig aufgeschlagen wird

Für uns sind beim nächsten Mal 250g Zucker ausreichend.

Inspiration: Schokohimmel

Zur Zorras Feier suchte ich all meine Lieblingsgugl aus meinen vergangenen Jahren heraus. Den mit Rotwein und den mit Kaffee mag ich ja besonders...



http://salzkorn.blogspot.fr/2013/01/kaffeekuchen-oder-kaffee-und-kuchen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/04/klarschiff-nussgugel-mit-blaubeeren-und.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/04/irgendwie-80er-gepimter-evergreen.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2014/02/eingeschneiter-walnussgugl.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/01/over-top-ubertrumpfter-blog-buster.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/06/frei-sein-gugelhupf-mit-joghurt-und.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2016/04/im-vergleich-eierlikor-kirsch-gugelhupf.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2016/11/leichtes-warm-up-spekulatius.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/11/blogbuster-der-klassiker-unter-den.html


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...