Dienstag, 31. Juli 2012

Selbstversorgende Mitbewohner


Schmutzgeier
Hirsch, Wiedehopf, Totenkopf-Falter, Rehe
Glattnatter an unserem Briefkasten
völlig ungiftig und harmlos
Taubenschwänzchen
Wildbienen
Plattbauch, Schlangenadler, Smaragdeidechse, Gemsen
Wendehals
Piepmatz-Aufzucht: Rotschwanz und Meisen
Wespenspinne
James Dean
Erdkröte
Hüpfer
Hufeisennase - demnächst auch mal von vorne
Lieblinge dicht an dicht
Unser Steichelzoo zeichnet sich weniger durch seine Kuschel-Qualitäten aus, als vielmehr dadurch, dass unser Getier selbstversorgend ist. Es harmoniert mit unserer Lebensweise, sind wir doch die meisten Winter en route.

Wir merken an dem Leben im Garten und ums Haus, dass wir im Naturschutzpark leben. Immer mehr Tiere ziehen sich aus Mangel an anderen Möglichkeiten hierher zurück. Leider wird auch im Park gejagd. Die Jagd ist in Frankreich eine heilige Kuh. Erkämpft in der französischen Revolution ist seither die Jagd das Recht jeden Bürgers und nicht mehr nur dem Adel vorenthalten.

Das ganze Jahr über sehen wir viele Tiere. Viele, die ich euch auch nicht mit Fotos zeigen kann. Rehe, die im Hochsommer zum Saufen kommen und im Winter am Mangold knabbern. Wir haben einen Dachs im Garten, der uns nervt, indem der die Blumentöpfe umschmeißt, um nach Larven zu wühlen, ansonsten aber ein friedliebener Geselle ist. Ein Luchs stand schon auf der Straße, als wir spätabends  auf dem Rückweg vom Chicha-Rauchen in Valence waren. Füchse und Gemsen allerdings bekommt man oft zu Gesicht. Auch Wildschwein-Rudel, Hasen, Rebhühner, Fasane sind keine Seltenheit. Und irgendwann sammle ich euch auch die Schmetterlinge.

Unser Haus aus Natursteinmauer tut das Übrige, um dem ein oder anderen Unterschlupf zu gewähren. Manche, wie die Hufeisennasen, niesten sich gleich direkt in der Werkstatt ein. Und durch die großen Fenster haben wir eine bunte Mischung an Vögeln noch mit Flausen hinter den Ohren zu Gast, die der Habib dann wieder gekonnt fängt und nach draußen bringt: vom Zaunkönig, über eben den Wendehals, Sperber, Meisen und Rotschwänzchen war schon alles dabei. Ein besonderer Liebling bleiben die Eichhörnchen, die vor Kurzem jemand (möglicherweise bei einer Twitter-Sammlung bei der Kaltmamsell) *James Dean der Tiere* genannt hat, weil sie meist jung sterben.

Montag, 30. Juli 2012

pures provenzalisches Gemüsegratin

So nennt Monsieur Siebeck dieses (am Rand bemerkt vegane) Rezept und tritt damit folgenden Beweis an: die französische Küche versteht es wie keine andere ihre Zutaten in der Schlichtheit zur vollen Entfaltung zu bringen. Behaupte ich jetzt einfach mal un peu patriote. Aber, das füge ich gleich als Einschränkung hinzu, dieses Gratin funktioniert wirklich nur dann, wenn ihr vollausgereiftes, frisches Gemüse bekommt. Nur mit Gemüse erster Kajüte bekommt ihr damit ein traumhaftes, französisches Essen geschenkt - wie mitten in einem provencalischen Garten unter dem Schatten eines alten Baumes an einem langen Holztisch, ne :)!

Dann muß ich euch noch dieses hier zeigen ein echtes hier entdecktes Fundstück. Lest mal einen Auszug aus diesem Froonkreich-Urlaub:

*Ich möchte jetzt nicht sagen, ich hätte Vorurteile gegen das französischsprachige Ausland, aber sagen wir so: In meiner Jugend war mir während diverser Frankreichaufenthalte bereits aufgefallen, dass man es sehr genau mit der Aussprache nimmt und dass, wer den Subjonctif nicht hundert prozentig beherrscht, meistens nicht beachtet oder gar bedient wird. So auch diesen Urlaub. Da kann man sieben Jahre Französisch in der Schule gehabt und immer 14 Punkte geschrieben haben – einen nasalen Laut verschluckt – und der Kommunikationspartner kennt keine Gnade. Auch nicht bei Kindern. Wenn die aus Versehen “un baguette” statt “une baguette” bestellen, dann lautet die Antwort “QUOI???!???” Wenn das Kind dann winselnd mit einem Euro winkt, mit dem Finger die Zahl Eins anzeigt und auf die Baguettes in der Auslage deutet, gibt es dennoch kein Erbarmen. Es wird mit dem Besen aus der Boulangerie gescheucht.*

Und si, so sind sie auch, meine Fränzis, vorallem in Touri-Hochburgen. Mein allerallererster Urlaub ohne Eltern war mit einer Mädels-Gang mittels Ikarus-Busreisen nach Paris. In der Metro habe ich im schönsten (!) Schulfranzösisch eine schicke Pariserin nach dem Weg gefragt. Antwortet die doch allen Ernstes *:Je ne parle pas anglais!* Da fehlt einem die Spucke! Oder? Aber die Französisch-Lehrerinnen an meiner Schule waren auch alle so schnippische Zicken...

Mehr Vive la France von mir heute auch bei Sandy von Confiture de Vivre.
Zutaten:

3 Kartoffeln (festkochend/ halbfestkochend)
1 1/2 nicht zu kleine Zucchini
1 Aubergine
1 große, rote Paprika
4 Schalotten
3 Knoblauchzehen
3 große Fleischtomaten
Pfeffer, Salz
frischer Thymian
Olivenöl
Zubereitung:

Gratinform (eta 15 x 30cm) einölen. Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden (dicker als für Kartoffelgratin)- Die Kartoffelscheiben ziegelartig auf den Boden der Form legen, salzen und mit Thymian bestreuen (vorher etwas verrieben)

Die anderen Gemüse (außer den Tomaten) werden gewaschen und kleingeschnitten, d.h. in mundgerechte Stücke geschnitten: die Zucchini in Scheiben, die Auberginen ebenfalls (die dann aber weiter zerschnitten werden), die Paprika in nicht zu kleine Stücke. Die Schaloten und die Knoblauchzehen in dünne Scheiben und alles miteinander vermischen. 

Ofen auf 200° erhitzen.

Die Tomaten enthäuten (dafür 20 Sekunden überbrühen) und in Scheiben schneiden.

Die Hälfte des Gemüses nun auf die Kartoffelscheiben geben und würzen (Mischung aus grob gemörserten Pfeferkörnern, Salz und Thymian). Einige Tropen Olivenöl dazu, die restlichen Gemüse darauf legen und wieder würzen (es ist leichter, die große Menge an Gemüse 2x zu würzen als nur 1x)

Oben als letzt Schicht werden dicht an dicht die Tomatenscheiben aneinander gelegt. Wieder salzen (m: eine Prise Zucker) und einer Prise Thymian.

Den Ofen nach 10 Minuten auf 180° runterschalten. Das Gratin etwa 1 Stunde im Ofen backen. Dabei die letzte viertel Stunde (oder wenn die Tomaten zu dunkel werden) mit Alufolie abdecken.

Servieren. Vorsicht: HEISS!
Hinweis Siebeck zum Würzen: *Das ist der Moment, auf den es ankommt. Denn vom Würzen hängt es ab, ob die einzelnen Gemüse - und damit das Gratin - hinterher eine delikate Finesse hat oder ob da nur ein Eintopf entsteht, von dem man bestenfalls sagen kann, dass er gesund schmecke.*

Quelle: Siebeck Kochschule für Anfänger

Sonntag, 29. Juli 2012

Tarte au citron light

Meine erste Zitronentarte ist mir derart sauer geraten, dass uns beim ersten Bissen das Gesicht entglitten ist. Leider blieb der Schweppes-Ausdruck bei allen mit Kuchengabeln in der Hand erhalten. Anstandshalber haben wir das Stück aufgegessen. Und dann, ich glaube fast, den Rest entsorgt. Die Tarte war schlicht ungenießbar. Aber ich weiß noch, ich hatte einzelne Johannisbeeren im Guß verteilt, wodurch die richtig hübsch gepunktet aussah.

Bon, danach hatten wir erstmal keine Lust mehr auf Zitronentarte. Mittlerweile ist das bestimmt 5 Jahre her und dank einer netten Anfrage, ob ich nicht das ultimative Rezept für eine Tarte au citron wüßte, wurde mein Interesse wieder erweckt. Vielleicht habe ich schlicht *mein* Rezept noch nicht gefunden?

Verständlich, oder, dass ich mich SEHR zögerlich angenähert (gebranntes Kind...) und die Zitronenmenge knallhart halbiert habe. Jaja, denkt nur *Schießer*, macht mir gar nichts. Jetzt weiß ich nämlich, dass SO eine zart zitronige Creme entsteht und ich das nächste Mal ruhig doller auf die Tube drücken kann. Außerdem hatte ich die Menge der Crème halbiert, aber 2/3 des Bodens in einer 23er Form gebacken. Angeschlichen auf Indianerart...

Mit einem kleinen Früchtespiegel wie hier, der genauso wie die Tarte schön gekühlt serviert wird, ein herrliches Amuse Gueule am sommerlichen Nachmittag! Das nächste Mal mit etwas mehr Zitrone...
Zutaten Originalrezept für 1 Tarteform (m: Abwandlungen s.o.):

200g Mehl
50g gemahlene Mandeln
125g Butter
80g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei (m: weggelassen und durch Wasser ersetzt)

Guß:
2 große unbehandelte Zitronen
4 Eier
150g Zucker
200g crème double

Zubereitung:

Tarteteig wie gewohnt zubereiten und kühl stellen. Tarteform buttern, Teig auswellen, die From damit auslegen, mehrfach mit der Gabel einstechen und 20 Minuten ins Kühlfach stellen.

Ofen auf 200° vorheizen. Tarteboden mit Backpapier auslegen mit Hülsenfrüchte beschweren und 10 Minuten blindbacken (m: 15 Minuten)

In der Zwischenzeit den Guß vorbereiten: Eier mit Crème und Zucker vermengen. Zitronenzesten und Zitronensaft unterrühren.

Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen, Ofen runterschalten auf 180° und nun auf den vorgebackenen Boden den Guß geben und weitere 30 Minuten backen.

Das wäre doch eigentlich schon wieder etwas für den Uwe...

Freitag, 27. Juli 2012

Pasta in Gelb mit Zucchinicrème und Garnelen

Gelb ist DIE Sommerfarbe. Und als wüßten das auch unsere gelben Zucchinipflanzen, zeigen sie sich als würdige Stellvertreter und bombadieren uns mit Früchten. Eigentlich unglaublich, was eine einzige Zucchinipflanze an Zucchinis raushauen kann. Eine echte Gemüse-Schleuder.

Geschickterweise kann ich Zucchinis gut gebrauchen - das Confieren der Zucchini hatte mir gut gefallen. Daher wurde die Idee für diese Pasta wieder aufgegriffen. Eine leichte Sauce, die gut zu den heißen Sommertagen paßt. Heute war ich wohl zu lange an der Drôme baden und in der Sonne, daher fasse ich mich kurz und zusammen: Leckerlecker!
Zutaten:

Pasta:
200g Mehl
2 Eier
2 EL Öl
1 Msp Kurkuma
Salz

Sauce:
1 gelbe Zucchini
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
Zitronenthymian
Parmesan
Zitronenbasilikum
Abrieb einer halben Zitrone
1 EL Mascarpone
Chili
6 Salbeiblätter, fein geschnitten
einige Kirschtomaten

16 Crevetten, geschält, gesäubert
1 Knoblauchzehe

2 EL geröstete Pinienkerne
etwas geriebener Parmesan

Zubereitung:

Den Nudelteig wie gewohnt verkneten, kühl stellen. Ausrollen und zu Tagliatelle schneiden (m: Marcato), auf einem sauberen Tuch auslegen.

Backofen auf 150° vorheizen. Die Zucchini in 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Auf ein geöltes Backblech auslegen, salzen, pfeffern, den Zitronenthymian darüber verteilen und etwas Olivenöl darüber träufeln und zwischen 20-30 Minuten im Ofen backen.

Die confierten Zucchini mit der Mascarpone pürieren. Geriebenen Parmesan, sowie Salbei und feingeschnittenen Zitronenbasilikum untermischen. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Chili, Zitronenschale und Zitronensaft.

Während die Garnelen mit etwas Knoblauch und Olivenöl in einer Pfanne garen, die halbierten Kirschtomtaten dazugeben.

In reichlich Salzwasser die Tagliatelle garen. Abschütten und direkt mit dem Zucchini-Pesto vermengen.

Pasta auf die Teller verteilen, Crevetten und Tomaten darüber verteilen, ebenso die Pinienkerne und einige klein gerupfte Zitronenthymianblätter. Mit geriebenem Parmesan und einem Salat servieren.
Dieses Gericht darf diesen Monat nochmals bei Uwes gelbem Monat mitmachen.
HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Donnerstag, 26. Juli 2012

Mein liebstes Lieblings-Sommerbrot

Prinzipiell bin ich ja schon so eine Lieblingstante: ich habe eine Lieblings-Gabel (schön schlank mit langen Zinken), eine Lieblings-Schüssel für mein tägliches Müsli, einen Lieblings-Eierlöffel uswusf. Man könnte meinen, ich schmälere meinen Titel zu meinem Lieblingsbrot direkt. Definitives *Nein*! Dieses Brot, bei dem es sich mengenmäßg immerhin um zwei 1 1/2 Pfünder handelt, überzeugt wie im richtigen Leben nicht durch Quantität, sondern dank Qualität. Oder schlicht zusammengefaßt: ich liebe Kamut! Kamut schmeckt himmlisch! Es ist einfach mein Lieblings-Getreide.

Bei diesem Brot habe ich schon mal für Kamut applaudiert und dieses habe ich auch abgewandelt. So abgewandelt, dass ich es nun sage und schreibe DREI (3!) Mal hintereinander gebacken habe. Das gabs noch gar nie. Liebstes Lieblingsbrot halt. Harmonischerweise gehts dem Habib genauso und ich mußte ihn nicht zwangsbeglücken. Sollte mein Gesäusel euch bisher für Kamut nicht eingenommen haben, dann helfen nur ein paar knallharte Fakten:

*Kamut, auch bekann als Getreide des Alten Ägypten, wurde weder mit anderen Sorten gekreuzt, noch gentechnisch oder züchterisch verändert. Wie vor 6000 Jahrne hat er seine ursprünglichen Eigenschaften, seinen leichten nussartigen Geschmack und seinen hohen Nährwert behalten. Kamut enthält bis zu 40% mehr Proteine und deutlich meht ungesättigte Fettsäuren und Mineralien als moderene Weizensorten. So enthält er z.B. um 30-35% mehr Magnesium und Zink als andere Vollkonrarten.

Na?

Erhältlich ist Kamut zum Beispiel in Bio-Läden. Und mit dem Weizen-Sauerteig seit ihr wie immer herrlich felxibel was die Gare des Brotes betrifft. Ich lasse meine Brote mittlerweile einfach eine Weile (3-5 Stunden) Im Kühlschrank gehen, hole sie (im Gärkorb) für eine gute Stunde raus, lasse sie bei Zimmertemperatur akklimatisieren und backe, wenn sie fast volle Gare haben.
Zutaten für 2 Brote à 850g:

Sauerteig 12-16 Stunden um die 24°:
170g Dinkel-Vollkorn
170g Wasser
15g Weizen-Anstellgut (frisch aktiviert)

Hauptteig:
Sauerteig
310g Kamut-Vollkorn
450g Weizen 550 (m: T65)
50g Kamut, hell (von dieser Bezugsquelle)
500g Wasser

20g Salz
100g Wasser (+/-)*
(+ 5g Hefe an Tagen unter 20°)*

Zubereitung:

Sauerteig auffrischen (m: mittags, s.o.), Sauerteig ansetzen (m: abends).

Hauptteig kurz miteinander vermengen (ohne Salz und 140g Wasser) und ca. 45 Minuten zur Autolyse stellen - dabei abdecken.

Salz und 140g Wasser beifügen und 15 Minuten kneten. Dann Teigruhe von etwa 1 1/2 Stunden. Direkt 1 x Falten nach Umfüllen in geölte Schüssel. Dann weitere 2 Mal nach je 30 Minuten.

Den Teig zu zwei ovalen Teiglingen formen und in ein Gärkörbchen verfrachten. Für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen - nach Hamelman ist folgende Gare möglich: 12-15 Std. bei 5-7° im Kühlschrank oder ca. 2-2,5 Std. bei 20-25° (m: 4-5 Stunden im Kühlschrank, 1 Stunde, eventuell 10Minuten mehr akklimatisieren lassen bei Raumtemperatur). Meinen Zeitfahrplan für die lange kalte Führung seht ihr hier.

Ofen mit Pizzastein auf 240° vorheizen. Mit Dampf einschießen und fallend 50 Minuten backen - für eine knusprige Kruste noch einige Minuten bei Umluft mit geöffneter Tür.

*Edit Juli '13: je nach Teigbeschaffenheit/ Temperatur genügen zwischen 100-110ml Wasser/ Hefe benutze ich überhaupt nicht mehr, aber ich achte darauf, dass der Teig angesprungen ist, bevor ich ihn in den Kühlschrank stelle.
weitere Informationen zu Kamut und anderen alten Getreidesorten: hier

Mittwoch, 25. Juli 2012

Und ich mag ihn doch - Tarte mit Lachs, Dill und Brokkoli

Und ich mag ihn also doch - manchmal. Dill. Dill und ich sind keine Kumpels, aber er gedeiht dieses Jahr nahezu unverschämt gut im Teibhaus, dicht angeschmiegt an den Verveine.

Der Habib hat die gleichen Vorbehalte nicht, also sollte mittels Dill ein Exempel statuiert werden. Nein, ich bin kein Küchen-Diktator, ich koche nicht nur Dinge, die mir selbst gut schmecken, ich richte mich auch nach Vorlieben meiner charmanten Tischgesellschaft - gelegentlich ;)!

Und siehe da, der Dill hat mir in dieser Tarte zu meiner eigenen Überraschung wirklich gut geschmeckt. Vorallem ein SEHR ungewohntes Geschmackserlebnis, mache ich doch sonst und das seit Jahren einen großen Bogen um ihn.

Selbstredend bin ich aber in diesem Fall das Verständnis in Person, solltet ihr den Dill gegen ein anderes Kraut eintauschen. 

Übrigens, einen schönen Stand hatte diese Tarte und das schon, als sie direkt aus dem Ofen kam.
Zutaten für eine Tarteform 20cm Durchmesser:

50g Dinkel-Vollkorn
100g Weizenmehl
75g Butter
1 Prise Salz
2 EL schwarzer Sesam
etwas kaltes Wasser

100g Lachs, geräuchert
150g crème fraîche
2 Eier
60g Ziegenfrischkäse
1 kleiner Bund frischer Dill
Salz, Pfeffer
etwas Zitronenabrieb
1/2 Kopf eines Brokkolis

einige halbierte, gelbe Kirschtomaten
einige Borretschblüten

Zubereitung:

Den Tarteboden wie gewohnt zubereiten und kühl stellen. Eine Form (am besten mit rausnehmbaren Boden) buttern, den Teig dünn auswellen und den Boden inklusive eines höher gedachten Randes damit auslegen.

Die Hälfte des Brokoli in kleine  Röschen trennen und über Dampf bißfest garen.

Den Ofen auf 190° vorheizen.

Den Lachs klein würfeln, den Dill fein schneiden. Aus Eiern, Crème und kleingeschnittenem Ziegenfrischkäse einen Guß herstellen und mit Salz und Zitronenabrieb abschmecken. Lachs und Dill unterheben, außerdem den Brokoli. Die Mischung auf den Boden der Tarte geben. Die Ränder leicht nach innen biegen. Die Kirschtomaten dekorativ darauf verteilen.

Die Quiche etwa 45 min backen. Vor dem Anscheiden einige Minuten ruhen lassen.

Dienstag, 24. Juli 2012

Notre Jardin de Curé

Nachdem soviele bereits ihre Tür zum Balkon oder Garten geöffent haben, nun also auch hier - die Küche kennt ihr schließlich schon.

Viele Fränzis meinen, wir hätten einen typischen jardin de curé, einen Pfarrersgarten. Was soviel sagen möchte wie, dass Blumen und Gemüse, Küchenkräuter, Heilpflanzen, selbst Obstbäume dicht an dicht, Schulter an Schulter, einträchtig nebeneinander wachsen.

Es ist nicht leicht, unseren Garten zu beschreiben. Wie schon öfters erwähnt, beschert uns unsere Hanglage neben unserer herrlichen Aussicht auch einen Garten, der nur möglich ist durch viele, viele Stützmauern. Was sehr viel Aufwand bedeutete, viel Männerschweiß und dass unser Garten nun auf mehreren Ebenen verteilt ist. Eine tüttelig-tuende Uralt-Nachbarin befand ihn gar bei einer kleinen Führung als Labyrinth. Wobei ich dahinter viel vertuschende Coquetterie vermute, bin ich mir sicher, dass sie öfters durch unseren Garten strolcht - wenn wir unterwegs auf Reisen sind...

Wie alle Hobbygärtner bin ich mächtig stolz auf unsere Pflanzenkinder. Empfinde es aber wie bereits bei Frau Ziii laut gemacht trotz all der vielen und anstrengenden Arbeit als Luxus-Hobby. Denn nur wer selbst Garten hat, kann erahnen gegen wieviel Widrigkeiten zu kämpfen sind - und mit wieviel Freude, Geschmack, Geruch und Sinnlichkeit man im Gegenzug dafür beschenkt wird. Die Tür aufmachen und im Garten stehen: das ist Urlaub zuhause!

Ach, und ein kleines Kräuterrätsel hätte ich auch: irgendwelche Ideen zu dem viertletzten Bild von den 6 Kräutern das untere links?

Montag, 23. Juli 2012

Crème de Sardine au Cognac: Blitzrezept für Blitzsommer

Für den deutschen Blitzsommer habe ich ein echtes Blitz-Rezept für euch: ideal, um es sich kulinarisch an frischer Luft mit Ameisen an den Beinen gut gehen zu lassen. Und ohne dafür lang in der Küche gestanden zu haben. Ein knuspriges Baguette, ein paar Oliven, ein paar Kirschtomaten und ihr habt zusammen mit dieser Crème und der Picknick-Decke bereits eine Grundausstattung zusammen. Selbstverständlich ist diese Crème ebenso tauglich als Vorspeise, zum Grillen, als Apéritif,...

Die Anregung dafür habe ich von diesem hübschen französischen Blog *Cuisine-Campagne* (übrigends mit mehreren, veröffentlichen Kochbüchern). Wenn ich solch herrlich inszenierte Blogs sehe, komme ich manchmal doch ins Straucheln, ob ich nicht lieber ein schicker, wenig postender Blog wäre, aber dafür mit mehr Zeit für die Optik? Vielleicht ändere ich das irgendwann...

So, aber ihr wollt vor die Hütte. Also geschwindig eine Dose beste Lieblings-Sardinen erstanden, die Crème gemischt, in ein Bügelglas gefüllt und ab an den See, zum Picknick, in den Park... Raus mit euch!
Zutaten - 2-3 Personen

80-90g Sardinen (in Öl)
2 EL Tomatenmark (m: ofengeröstete Tomaten)
1 EL Cognac
20g weiche Butter (m: weggelassen)
1 EL Olivenöl (m: weggelassen)
20g Frischkäse
(m: etwas Zitronenabrieb)
4 Umdrehungen von roses baies
(= rote Pfefferkörner /m: weggelassen)
Salz, Pfeffer
Chili

Zitronenscheiben als Begleiter

Zubereitung:

Die Sardinen von Haut und anderen Rückständen mit Hilfe eines Messers säubern. Alle Zutaten miteinander pürieren, abschmecken und 2 Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen vor dem Servieren.

immer gute Ideen zum Picknicken:

Tarte oder Quiche
Salate
Tarte oder Kuchen
oder noch etwas zum Streichen: Geflügelleber-Mousse

Ach, und noch eine Idee: Wenns dann wieder regnet (JETZT noch nicht drüber nachdenken ;), fangt ihr einfach an, die unwiderstehlichen ofengerösteten Tomaten einzumachen...!!
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